Personalbeschaffung

Externe Personalbeschaffung: Wege, Vor- und Nachteile

Externe Personalbeschaffung bedeutet, offene Stellen mit Menschen vom Arbeitsmarkt zu besetzen, die bisher nicht im Unternehmen arbeiten. Typische Wege sind Stellenportale, AMS bzw. Arbeitsagentur, Social Recruiting, Personalvermittlung, Headhunter, Zeitarbeit, Messen und die Direktansprache.

Gegenüber der Besetzung aus den eigenen Reihen bringt sie zusätzliche Köpfe und neues Know-how, kostet aber mehr Geld, Zeit und Einarbeitung. Hier findest du alle Wege mit Kosten, Tempo und Eignung im Vergleich, die Vor- und Nachteile, ein Rechenbeispiel und eine klare Empfehlung, welcher Weg zu welcher Stelle passt.

Kurz gesagt: Externe Personalbeschaffung holt neue Mitarbeiter von außen, passiv über Inserate und AMS oder aktiv über Social Recruiting, Direktansprache und Personaldienstleister. Vorteile: größere Auswahl, frisches Know-how, zusätzliche Kapazität ohne Folgevakanz. Nachteile: höhere Kosten, längere Einarbeitung, größeres Risiko einer Fehlbesetzung. Für KMU mit laufendem Bedarf an Fach- und Hilfskräften zählt vor allem, ob der Weg auch Menschen erreicht, die gerade nicht suchen, und was am Ende eine Einstellung kostet.

Was ist externe Personalbeschaffung?

Die externe Personalbeschaffung ist neben der internen eine der beiden Grundarten der Personalbeschaffung. Intern wird eine Stelle durch Versetzung, Beförderung oder Weiterbildung vorhandener Mitarbeiter besetzt. Extern kommen Menschen dazu, die bisher woanders arbeiten, gerade eine Ausbildung abschließen oder arbeitsuchend sind. Der Unterschied ist nicht nur organisatorisch: Nur die externe Beschaffung bringt zusätzliche Leute in den Betrieb.

Gründe für externe Personalbeschaffung

Externe Beschaffung ist aufwendiger als interne. Trotzdem ist sie in den meisten Betrieben der Normalfall, und zwar aus diesen Gründen:

  • Du brauchst zusätzliche Köpfe. Bei Wachstum, neuen Aufträgen oder einem neuen Standort hilft keine Umbesetzung.
  • Intern erfüllt niemand die Anforderungen. Für eine Fachkraft mit bestimmter Ausbildung oder Berechtigung gibt es oft keine interne Alternative.
  • Die Folgevakanz muss besetzt werden. Wer intern befördert, muss die frei gewordene Stelle meist extern nachbesetzen.
  • Du brauchst neues Know-how. Neue Methoden, Technik oder Branchenerfahrung kommen am schnellsten mit Menschen von außen.
  • Es muss schnell gehen. Eine passende Fachkraft vom Markt ist oft früher einsatzbereit als eine interne Person nach langer Weiterbildung.
  • Mehrere gleiche Stellen sind offen. Drei Monteure oder fünf Pflegekräfte findest du nicht in der eigenen Belegschaft.

Wege der externen Personalbeschaffung

Die externen Beschaffungswege lassen sich in passive und aktive einteilen. Passiv heißt: Du veröffentlichst die Stelle und wartest auf Bewerbungen. Aktiv heißt: Du gehst selbst auf Kandidaten zu oder bringst die Stelle gezielt zu ihnen, auch zu Menschen, die gerade nicht suchen. Die Übersicht mit typischen Kosten, Tempo und Eignung:

WegArtTypische KostenTempoEignet sich für
Stellenportal / JobbörsePassivVon unter 100 bis rund 2.000 € pro Anzeige, ohne Zusage auf BewerbungenMittelGefragte, gut suchbare Berufsbilder
Eigene KarriereseitePassivEinmaliger Aufbau, danach geringLangsam, braucht BesucherErgänzung zu jedem anderen Weg
AMS bzw. ArbeitsagenturPassivKostenlosMittelEinstiegs- und Hilfstätigkeiten, als Ergänzung
Social RecruitingAktivWerbebudget plus Umsetzung, mit Agentur als Fixpreis pro KampagneSchnellFach- und Hilfskräfte, laufender oder mehrfacher Bedarf
Direktansprache (Active Sourcing)AktivVor allem Arbeitszeit, ggf. Lizenzen für berufliche NetzwerkeLangsam bis mittelEinzelne seltene Spezialisten, Führungskräfte
PersonalvermittlungAktiv, durch Dienstleister20–30 % des Jahresbruttogehalts pro Einstellung, bei jeder Einstellung erneutMittelEinzelne Fachkräfte, wenn dir die Zeit für die Suche fehlt
Headhunter / Executive SearchAktiv, durch Dienstleister25–35 % des Jahresgehalts, oft mit Vorab-RetainerMittel bis langsamFührungskräfte und Spezialisten mit höherem Gehalt
ZeitarbeitÜberlassungLaufender Aufschlag auf den Lohn, solange die Person überlassen istSehr schnellAuftragsspitzen, Saisonarbeit, Überbrückung
Messen, Schulen, HochschulenAktivStand, Material, ArbeitszeitLangsam, eher AufbauLehrlinge, Absolventen, Bekanntheit als Arbeitgeber
MitarbeiterempfehlungAktiv, über dein TeamPrämie nach eigenem ErmessenUnberechenbarJede Stelle, aber nicht planbar

Beispiele für passive externe Personalbeschaffung

Das klassische Stelleninserat auf einem Jobportal, die Stellenseite auf der eigenen Website, die Meldung einer offenen Stelle beim AMS oder ein Inserat in der Regionalzeitung. Passive Wege sind schnell gestartet und erreichen zuverlässig die Menschen, die gerade aktiv einen Job suchen. Ihr Problem: Genau diese Gruppe wird von allen umworben, und viele gute Fachkräfte sind gar nicht darunter, weil sie in ungekündigter Stellung arbeiten und nicht suchen. Wie du das Inserat selbst besser machst, zeigt der Leitfaden Stellenanzeige schreiben.

Beispiele für aktive externe Personalbeschaffung

Die Direktansprache passender Profile, Social-Recruiting-Anzeigen in den Feeds der Zielgruppe, Auftritte auf Job- und Lehrlingsmessen, Kooperationen mit Schulen und Hochschulen sowie Personalvermittler und Headhunter, die in deinem Auftrag suchen. Aktive Wege erreichen auch die passiv Wechselwilligen: Menschen, die zufrieden genug sind, um nicht zu suchen, aber offen für ein besseres Angebot.

Unsere klare Empfehlung für KMU: Bei laufendem oder mehrfachem Bedarf an Fach- und Hilfskräften ist Social Recruiting der effizienteste Kern, weil die Stelle in der Region genau dort erscheint, wo die Zielgruppe ohnehin jeden Tag ist. Für einzelne, sehr seltene Spezialisten oder Führungskräfte ist die Direktansprache oder ein Headhunter oft die bessere Wahl. Zeitarbeit passt für Spitzen, nicht für eine Stammbelegschaft. Und das AMS kostet nichts, ersetzt aber keinen eigenen Kanal. Zwei Wege im direkten Kostenvergleich zeigt der Artikel Social Recruiting vs. Personalvermittlung.

Vor- und Nachteile der externen Personalbeschaffung

VorteileNachteile
Größere Auswahl: der gesamte Arbeitsmarkt statt der eigenen BelegschaftHöhere Kosten: Inserate, Werbebudget oder Honorare
Zusätzliche Kapazität: neue Köpfe, keine FolgevakanzMehr Aufwand: Sichtung, Telefonate, Gespräche
Neues Know-how und ein frischer Blick von außenLängere Einarbeitung in Abläufe, Kunden und Kultur
Keine Rollenkonflikte durch Beförderung unter KollegenHöheres Fehlbesetzungsrisiko, weil du die Person nur aus dem Auswahlprozess kennst
Planbar für mehrere Stellen gleichzeitigMögliche Enttäuschung bei Mitarbeitern, die sich Hoffnung auf die Stelle gemacht haben
Sichtbarkeit als Arbeitgeber: Jede Suche zeigt der Region, dass du einstellstWartezeit: Kandidaten in ungekündigter Stellung starten erst nach ihrer Kündigungsfrist

Die meisten Nachteile lassen sich verkleinern. Das Fehlbesetzungsrisiko sinkt, wenn Bewerber schon beim Bewerben Fragen zu den Muss-Kriterien beantworten und jede Bewerbung kurz telefonisch geprüft wird, bevor du Zeit in Gespräche steckst. Der Aufwand sinkt, wenn die Vorauswahl nicht an der Geschäftsführung hängt. Und die Kosten bewertest du am besten nicht pro Inserat, sondern pro Einstellung.

Interne vs. externe Personalbeschaffung im Vergleich

MerkmalInternExtern
AuswahlNur eigene BelegschaftGesamter Arbeitsmarkt
TempoSchnell, wenn jemand bereitstehtAbhängig von Weg und Kündigungsfristen
KostenGeringHöher
RisikoGering, Person ist bekanntHöher, Person ist neu
Wirkung auf die KopfzahlKeine zusätzliche Person, dafür FolgevakanzZusätzliche Person
Know-howBekanntes BetriebswissenNeue Impulse

In der Praxis kombinieren die meisten Betriebe beides: Sie besetzen Schlüsselrollen intern und die frei werdende oder intern nicht zu besetzende Stelle extern. Methoden und eine Entscheidungshilfe für die interne Seite findest du im Artikel Interne Personalbeschaffung.

Was kostet externe Personalbeschaffung?

Die Spanne reicht von kostenlos beim AMS bis zu 35 % eines Jahresgehalts beim Headhunter. Aussagekräftig wird der Vergleich erst über die Kosten pro Einstellung. Ein Rechenbeispiel mit offenen Annahmen:

  • Annahme: Du suchst eine Fachkraft mit 42.000 € Jahresbrutto.
  • Personalvermittlung: Bei marktüblichen 20–30 % Honorar kostet die Einstellung 8.400–12.600 €. Brauchst du eine zweite Person, zahlst du noch einmal.
  • Social Recruiting mit Agentur: Selbst wenn du konservativ mit bis zu rund 3.500 € für eine Kampagne inklusive Werbebudget rechnest, kostet die erste Einstellung weniger als die Hälfte davon. Bei mehreren Stellen sinkt der Kampagnenpreis bis auf 997,50 €, und jede weitere Einstellung aus derselben Kampagne kostet keinen Cent extra.

Die Kosten pro Einstellung liegen damit in aller Regel deutlich unter denen von Vermittlern und Headhuntern. Voraussetzung ist, dass aus der Kampagne eine Einstellung wird; für den Fall, dass es hakt, gibt es die Garantie weiter unten. Wie du die Kosten pro Einstellung für deinen Betrieb vollständig berechnest, inklusive interner Arbeitszeit, zeigt der Artikel Cost per Hire.

Externe Personalbeschaffung durchführen: so gehst du vor

  1. Anforderungsprofil schärfen: wenige echte Muss-Kriterien, Gehaltsrahmen, Starttermin und ein klarer Grund, warum jemand wechseln sollte.
  2. Weg nach Stelle wählen: bei laufendem Bedarf an Fachkräften eher Social Recruiting, für die einzelne Führungskraft eher Direktansprache oder Headhunter.
  3. Bewerben leicht machen: mobil, ohne Anschreiben, der Lebenslauf darf nachgereicht werden.
  4. Schnell vorqualifizieren: jede passende Bewerbung innerhalb von ein bis zwei Werktagen anrufen.
  5. Auswählen und einarbeiten: vergleichbare Gespräche, ein Probetag, ein Einarbeitungsplan für die ersten Wochen.

Den vollständigen Ablauf in sieben Phasen mit den typischen Fehlern von KMU findest du im Leitfaden Personalbeschaffung.

So übernimmt marketingwerk die externe Personalbeschaffung

Bei marketingwerk übernehmen wir seit 2019 die externe Personalbeschaffung für KMU und Mittelstand als Dienstleistung. Eine Kampagne steht für eine Stelle und läuft 30 Tage: Anzeigen und Bewerbungsseite im Corporate Design deines Betriebs auf Facebook und Instagram, laufende Optimierung und die telefonische Vorqualifizierung jeder Bewerbung durch unsere Recruiterin innerhalb von 24–48 Stunden. Du bekommst die Shortlist im Bewerberportal, die Bewerber gehören exklusiv dir.

Der Preis: ab 997,50 € netto pro Kampagne, je nachdem, wie viele Stellen du gemeinsam beauftragst, plus Werbebudget ohne Aufschlag direkt an Meta. Keine Provision pro Einstellung, dafür eine Erfolgsgarantie. Für einen Poolbauer aus Bad Sauerbrunn gab es so 3 Einstellungen in 11 Tagen. Was alles drin ist, steht im Ratgeber Was kostet Social Recruiting? Alle Leistungen findest du bei unserer Recruiting-Agentur, für Betriebe in Österreich unter Mitarbeiter finden in Österreich.

Häufige Fragen

Was versteht man unter externer Personalbeschaffung?

Externe Personalbeschaffung umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen offene Stellen mit Menschen vom Arbeitsmarkt besetzt, die bisher nicht im Betrieb arbeiten. Das Gegenstück ist die interne Besetzung aus den eigenen Reihen. Nur die externe Beschaffung bringt zusätzliche Mitarbeiter in den Betrieb.

Welche Beispiele gibt es für externe Personalbeschaffung?

Passive Beispiele sind Stelleninserate auf Jobportalen, die eigene Karriereseite und die Meldung einer offenen Stelle beim AMS bzw. bei der Arbeitsagentur. Aktive Beispiele sind Social Recruiting, die Direktansprache passender Profile, Messen und Hochschulkooperationen sowie Personalvermittler und Headhunter. Zeitarbeit ist eine Sonderform, bei der Personal überlassen statt eingestellt wird.

Welche Vor- und Nachteile hat die externe Personalbeschaffung?

Vorteile sind eine größere Auswahl, neues Know-how, zusätzliche Kapazität ohne Folgevakanz und die Möglichkeit, mehrere Stellen gleichzeitig zu besetzen. Nachteile sind höhere Kosten, mehr Aufwand in der Auswahl, eine längere Einarbeitung und ein höheres Risiko einer Fehlbesetzung. Fragen zu den Muss-Kriterien beim Bewerben und ein kurzes Telefonat vor dem Gespräch senken dieses Risiko deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Personalbeschaffung?

Bei der internen Personalbeschaffung wird eine Stelle mit vorhandenen Mitarbeitern besetzt, schnell und günstig, aber mit einer Folgevakanz an anderer Stelle. Bei der externen kommen neue Menschen vom Arbeitsmarkt dazu, mit mehr Auswahl und frischem Know-how, dafür mit höheren Kosten und längerer Einarbeitung. Die meisten Betriebe kombinieren beides.

Was kostet externe Personalbeschaffung?

Die Spanne reicht von kostenlos beim AMS über Stellenportale mit unter 100 bis rund 2.000 € pro Anzeige bis zu Personalvermittlern mit 20–30 % und Headhuntern mit 25–35 % des Jahresgehalts pro Einstellung. Aussagekräftig ist der Vergleich über die Kosten pro Einstellung, nicht über den Preis pro Inserat. Bei mehreren Einstellungen schneiden Modelle mit Festpreis pro Kampagne besonders gut ab, weil jede weitere Einstellung aus derselben Kampagne nichts extra kostet.

Welche Gründe sprechen für externe Personalbeschaffung?

Externe Beschaffung ist nötig, wenn zusätzliche Mitarbeiter gebraucht werden, intern niemand die Anforderungen erfüllt oder eine Folgevakanz nach einer internen Beförderung nachbesetzt werden muss. Weitere Gründe sind der Bedarf an neuem Know-how, Zeitdruck und mehrere gleiche offene Stellen. In diesen Fällen löst eine Umbesetzung das Problem nicht.

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